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Österreich, Politik 05.04.2018

Mieten steigen immer weiter

  • Foto: fotolia.de

Alarmierende Zahlen zeigen, dass die Mieten in ganz Österreich weiter stark steigen. Besonders für junge Menschen wird es immer schwieriger, in Ballungsräumen bezahlbare Wohnungen zu finden.

 

Wer heute eine Mietwohnung sucht, rechnet damit, im Schnitt um ein Viertel mehr Miete zu zahlen als noch vor drei Jahren, wie aus Nachfrage-Daten auf der Internet-Plattform ImmobilienScout24 hervorgeht.

 

Während Wohnungssuchende österreichweit 2014 noch auf eine maximale Monatsmiete von 11,70 €/m² (inkl. Betriebskosten) eingestellt waren, wird mittlerweile mit 14,30 €/m² gerechnet. Die relativ niedrigsten Preise erwarteten Wohnungssuchende in Eisenstadt (10,30 €/m²); in Wien rechnete man mit 14,60 €/m², am teuersten schätzte man Innsbruck mit 19,60 €/m² ein. Diese Werte wurden auf Basis der Eingaben auf der Immobilien-Plattform (Einträge zur maximalen Miete dividiert durch gesuchte Mindestwohnfläche im Zeitraum Juli 2017 bis Februar 2018) berechnet.

 

Dass die privaten Mieten deutlich stärker gestiegen sind als die Löhne und die allgemeine Teuerung, zeigte erst kürzlich eine Analyse der Arbeiterkammer (AK). Im Zeitraum zwischen 2008 und 2016 lag der Anstieg bei Neuvermietungen österreichweit bei 35 Prozent, in Wien bei 43 Prozent. Die Löhne sind in diesem Zeitraum nur um 22 Prozent gewachsen, die allgemeine Teuerung lag bei 14 Prozent. Auch im Jahr 2017 sind die Mieten doppelt (+4,2 %) so stark gestiegen wie die Jahresinflation (+2,1%). Ein immer größerer Teil des Einkommens muss also für die Miete aufgebracht werden. 

 

Aus Sicht der Mietervereinigung (MVÖ) sind die aktuellen Zahlen alarmierend. Besonders für junge Menschen wird es immer schwieriger, in Ballungsräumen bezahlbare Wohnungen zu finden. „Wohnen ist ein Grundbedürfnis und darf nicht zum Luxusgut werden“, sagt Elke Hanel-Torsch, Landesvorsitzende der MVÖ Wien. „Die Zeit drängt. Jetzt ist die Politik dringend gefordert, Wohnen leistbarer zu machen. Unsere Vorschläge liegen auf dem Tisch.“

 

Als größte Mieterschutzorganisation hat die MVÖ einen Katalog an Maßnahmen erarbeitet, der Mieter deutlich entlasten würde – zentrale Punkte darin: Ein einheitliches und faires Mietrecht für alle mit klaren Mietzinsobergrenzen, eine Einschränkung der Befristungsmöglichkeiten, sowie eine Senkung der Betriebs- und Kautionskosten.

 

Weitere Informationen zum Thema:

Mietervereinigung Österreichs, Reichsratsstraße 15, 1010 Wien, Tel.: 050195, Fax: 050195-92000, zentrale@mietervereinigung.at, ZVR - Zahl 563290909
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