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Österreich, Service 14.02.2018

Wohnen im Altbau: Wie errechnet sich der Mietzins?

  • Mietzinsrechner; Bild: fotolia.de

Wann gilt der Richtwertmietzins? Welche Zu- und Abschläge gibt es? Wie errechnet sich daraus der Mietzins?

 

Seit 1994 gilt in ganz Österreich bei der Neuvermietung von Altbauwohnungen (das sind Mietwohnungen in Gebäuden, die vor dem 1.7.1953 errichtet wurden) das Richtwertgesetz. Darin wird eine "Normwohnung" definiert, für die ein bestimmter Hauptmietzins – eben der Richtwert – verlangt werden darf.

Die Normwohnung entspricht einer Kategorie-A-Wohnung. Diese Normwohnung ist mind. 30 Quadratmeter groß, verfügt über WC, Bad, Vorraum, ein Zimmer und eine Küche sowie eine Zentralheizung.

Der Richtwert ist von Bundesland zu Bundesland verschieden und beträgt seit 1.4.2017 wie folgt:

 

Bundesland Richtwert (in Euro/m²)
Burgenland 5,09 €
Kärnten 6,53 €
Niederösterreich 5,72 €
Oberösterreich 6,05 €
Salzburg 7,71 €
Steiermark 7,70 €
Tirol 6,81 €
Vorarlberg 8,57 €
Wien 5,58 €
   

 

Neben diesem Richtwert sind diverse Zu- und Abschläge, etwa für Lage und Ausstattung zu berücksichtigen.

 

Abschlag für Befristung
Ist der Mietvertrag (egal auf wie lange) befristet, ist ein Abschlag von 25 Prozent gesetzlich vorgesehen. Der Abschlag wird wie folgt errechnet: Zuerst wird der zulässige (angemessene) Hauptmietzins wie für einen unbefristeten Vertrag errechnet - von diesem Betrag werden 25% abgezogen.

 

Welche Zuschläge zum Mietzins gibt es?
Über den Lagezuschlag (siehe Erklärung Lagezuschlag) hinaus wurde vom Gesetzgeber leider kein fixer Katalog an Zuschlägen definiert.

Das Richtwertgesetz gibt vor, dass Vermieter sich an folgenden Punkten orientieren sollen:

  • an der Lage der Wohnung innerhalb des Gebäudes (zB. Stockwerk, Hof- oder Straßenseite)
  • an der Ausstattung der Wohnung (zB. Balkon, Terrasse)
  • am Erhaltungszustand des Hauses
  • an der Wohnumgebung des Hauses (Lagezuschlag), soferne ein solcher überhaupt vereinbart wurde

 

Häufige Abschlagsgründe
Abschläge kommen eigenartigerweise bei den Berechnungen kaum vor. Gründe für Abschläge können zum Beispiel sein:

  • ein fehlendes Bad oder WC
  • eine nichtvorhandene Heizung
  • ein fehlender Vorraum
  • ein fehlender Aufzug bei mehrstöckigen Häusern
  • ein fehlendes Kellerabteil
  • Lärm


Wie werden Ab- oder Zuschläge berechnet?
Entscheidend ist immer der Zustand der Mietwohnung zum Zeitpunkt des Mietvertragsabschlusses. Spätere Verbesserungen / Verschlechterungen des Mietgegenstandes sind nicht zu beachten.

 

Mietzinsrechner der Mietervereinigung als Basis
Damit Sie einen besseren Überblick über Ihre Miete bekommen, haben wir einen Mietzinsrechner eingerichtet. Hier können Sie prüfen, welche Auswirkungen die Zu- und Abschläge auf ihre Miete haben – allerdings ohne Berücksichtigung des Lagezuschlags. Dieser ist zusätzlich hinzuzurechnen.

 

Ab- und Zuschläge sind vom Laien kaum zu beurteilen
Leider sind - abgesehen vom Befristungsabschlag - im Gesetz keine festen Sätze definiert, an denen Mieter und Vermieter sich orientieren könnten. Aufgrund der gesetzlichen Ungenauigkeit ist es weder Mietern noch Vermietern möglich, eindeutig zu entscheiden, ob Ab- oder Zuschläge korrekt berechnet wurden.
 

Wenden Sie sich an unsere ExpertInnen
Bitte wenden Sie sich an die Wohnrechts-ExpertInnen der Mietervereinigung, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Mietzins unzulässige Zuschläge bzw. fehlende Abschläge beinhaltet.

 

Sie suchen Rat und Hilfe in Wohnrechtsfragen? Wir sind DIE ExpertInnen im Miet- und Wohnrecht. Unseren Mitgliedern helfen wir rasch und unkompliziert – am Telefon, per E-Mail oder bei einem persönlichen Beratungstermin.

 

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