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Österreich, Recht, Service 12.01.2018

Was ist eine Betriebskostenpauschale?

  • Betriebskostenpauschale; Foto: fotolia.de

Erhöhungen der Miete zu Beginn des Jahres stehen meist mit einer Anhebung der Pauschalraten für die Betriebskosten in Zusammenhang. Der Vermieter darf zur Deckung der im Laufe eines Kalenderjahres fällig werdenden Betriebskosten und öffentlichen Abgaben einen gleichbleibenden Teilbetrag in Anrechnung bringen. Diese Art der Verrechnung wird als Pauschalverrechnung bezeichnet. Das Gegenstück dazu wäre die Einzelverrechnung. Hierbei dürfen Betriebskosten nur dann an die MieterInnen weiterverrechnet werden, wenn sie entsprechende Belege dazu vorlegen. Jede Rechnung einzeln unter allen MieterInnen aufzuteilen, erfordert viel Verwaltungsaufwand. Deswegen ist es zulässig, monatlich einen bestimmten Pauschalbetrag vorzuschreiben, der dann einmal im Jahr abgerechnet wird.

 

Berechnungsgrundlage für die Betriebskostenpauschale
Die Höhe richtet sich nach den tatsächlichen Ausgaben des vorangegangenen Kalenderjahres. Zur Berechnung des zulässigen Pauschalbetrages ist der Betriebskostenaufwand des Vorjahres ausschlaggebend und nicht der Pauschalbetrag des Vorjahres. Ist aufgrund erhöhter Ausgaben im Vorjahr eine Anhebung der BK-Pauschalen erforderlich, darf der Pauschalbetrag max. 10% gegenüber dem Gesamtbetrag des Vorjahres erhöht werden.

 

Der Vermieter ist verpflichtet, die im Laufe des Kalenderjahres fällig gewordenen Betriebskosten und öffentlichen Abgaben spätestens am 30.06. des nachfolgenden Kalenderjahres abzurechnen. 

 

Wie sich Ihr Anteil an Ihre Betriebskostenpauschale berechnet
Ihr individueller Betriebskostenanteil errechnet sich aus der Gesamtnutzfläche des Hauses bzw. der Wohnhausanlage. Im MRG wird diese Fläche aus der reinen Bodenfläche errechnet, wobei Keller, Dachbodenabteile, Balkone, Terrassen und Mauerdurchbrechungen bzw. Nischen nicht mitgezählt werden.

 

Seit 1.3.1999 zählt auch jene Nutzfläche nicht mehr dazu, die der Mieter nachträglich in seinem Mietobjekt neu geschaffen hat, z. B. wenn er bei 5 Meter hohen Räumen eine Galerie einzieht. Erst beim nächsten Mietvertrag ist diese zusätzliche Fläche zu berücksichtigen und der Betriebskostenschlüssel zu korrigieren.

 

Wann können Sie die Pauschalvorschreibung zurückfordern?

  1. wenn der Vermieter im Bestreitungsfall seiner Behauptungs- und Beweispflicht nicht nachkommen kann und keine Belege über die Betriebskosten des Vorjahres vorhanden sind.
  2. wenn die Pauschale überhöht verrechnet wurde.

 

Sollte einer dieser Fälle bei Ihnen vorliegen, empfehlen wir Ihnen, einen Beratungstermin mit uns zu vereinbaren, um Sie umfassend über Ihre Rechte und Pflichten aufklären zu können. Passen Sie auf, wenn Sie die Betriebskosten eigenmächtig einbehalten. Denn in der Regel müssen Sie dann mit einer Mietzins- und Räumungsklage rechnen.

 

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